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Hamburger Abendblatt (24. September 2005 )

Haute Couture vom Schwarzen Kontinent

Das Museum für Kunst und Gewerbe zeigt "Mode made in Africa"

HAMBURG

Geplant war diese thematische Überschneidung wohl nicht, aber eine sinnvolle Ergänzung ist es allemal: Während das Museum für Völkerkunde noch bis zum 13. Oktober eine Ausstellung mit modischer Frauenkleidung zeigt, die in den letzten Jahrzehnten in den großen Städten Westafrikas entstanden ist, präsentiert das Museum für Kunst und Gewerbe von heute an erstmals in Hamburg die Kreationen einer afrikanischen Top-Designerin.

"Oumou Sy - Mode made in Africa" zeigt Haute-Couture-Kreationen, Kostüme sowie wundervolle Stoffe. Oumou Sy gehört zu den Stars der afrikanischen Modeszene, ist aber auch in Westeuropa und den USA erfolgreich. Selbstverständlich greift sie afrikanische Traditionen und Motive auf, verbindet sie aber mit westlichen Elementen. Ihre Kleider sind spielerisch, phantasievoll, von erlesener Farbigkeit und geradezu atemberaubender Eleganz. Auf schwarzen Figurinen, die nach Ende der Ausstellung zugunsten eines Kindergesundheits-Programms im Senegal versteigert werden, sind sowohl unglaublich aufwendige als auch tragbare Kostüme sowie eine Kollektion afrikanischer Königsgewänder zu sehen.

Stellt sich die Frage, wer in Afrika solche Mode tragen kann. "Manche meiner Kleider sind tatsächlich nur zum Staunen da, aber grundsätzlich verpflichtet mich schon meine Religion dazu, Mode herzustellen, die auch erschwinglich ist", sagt die Muslimin, die gleichwohl nie auf die Idee käme, die Schönheit der afrikanischen Frauen durch keusche Hüllen unkenntlich zu machen. Mit ihrem Label "Made in Africa" bemüht sich Oumou Sy, zur Entwicklung einer afrikanischen Textil- und Modeszene beizutragen, die sich gegen die Übermacht der asiatischen Billigimporte behaupten kann. Und wie empfindet sie die Mode, die ihr auf Hamburgs Straßen begegnet? "Die deutschen Frauen haben durchaus ihren Stil, den ich auch respektiere. Sie könnten aber noch schöner aussehen, wenn sie mehr Mut zur Farbe hätten", antwortet sie lächelnd.

Lesen Sie im Wochenendjournal ein Porträt über Oumou Sy. Die Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe (Steintorplatz) ist bis zum 30. Oktober di-so 10-18, do bis 21 Uhr geöffnet. Am 25. September gibt es um 19 Uhr in den Fliegenden Bauten eine Modenschau, Karten unter 040 / 47 11 06 33.

M.G.

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